Die Frage klingt einfach und ist es nicht. Denn „gutes Papier“ gibt es nicht. Es gibt nur Papier, das zu einer bestimmten Aufgabe passt – und Papier, das an derselben Aufgabe scheitert. Dieser Ratgeber erklärt, woran du den Unterschied erkennst.
Wer zum ersten Mal etwas drucken lässt, bekommt eine Liste mit Zahlen und Begriffen vorgelegt: 135 g, 250 g, gestrichen, matt, Volumen 1,8-fach. Die üblichen Onlineportale lösen das Problem, indem sie fünf Papiere in ein Auswahlfeld packen. Damit ist die Frage nur verkleinert. Du wählst dann das am wenigsten unpassende Papier von fünf.
Wir gehen hier den anderen Weg. Nach diesem Artikel weißt du, welche vier Eigenschaften ein Papier tatsächlich bestimmen, was sie in der Praxis bewirken, und welches Papier zu welchem Produkt passt – samt der Nachteile, die jede Entscheidung mitbringt. Denn die gibt es immer.
Eine Erfahrung vorweg, die fast alles zusammenfasst, was danach kommt: Wer beim Papier spart, spart meistens an der falschen Stelle. Und wer sparen muss, sollte es eher bei der Menge tun. Lieber 300 richtig gute Visitenkarten als 1.000 mittelmäßige, von denen du 700 nie verteilst.
Für Eilige: Papier und Grammatur je Produkt
Wenn du nur eine Zahl brauchst, steht sie hier. Warum sie so ist, steht weiter unten beim jeweiligen Produkt. Das sind die gängigsten Varianten – am Ende entscheidet, was für ein Produkt mit welchen Eigenschaften es werden soll.
| Produkt | Papier | Grammatur | Das Wichtigste |
|---|---|---|---|
| Visitenkarte | Bilderdruck, Naturpapier oder Feinstpapier | ab 300 g/m² | Wer auf die Rückseite schreiben will, braucht ungestrichenes Papier |
| Flyer, Falzflyer | Bilderdruck, bei textlastiger Gestaltung Naturpapier | 135–170 g/m² | Ab 150 g/m² rillen wir vor dem Falzen |
| Mailing | je Bestandteil verschieden | 90–300 g/m² | Anschreiben ungestrichen, Bildbeilage gestrichen |
| Postkarte | einseitig gestrichener Karton, sonst Naturkarton | 250–350 g/m² | Bildseite gestrichen, Rückseite beschreibbar |
| Einladung | Feinstpapier, Baumwoll- oder Strukturpapier | ab 300 g/m² | Kleine Auflage, große Wirkung, überschaubare Mehrkosten |
| Broschüre, Katalog | Bilderdruck bei Bildern, Naturpapier bei Text | Inhalt 115–170, Umschlag 250–300 g/m² | Der Sprung zwischen Umschlag und Inhalt macht den Eindruck |
| Buch | Volumenpapier, ungestrichen | 80–100 g/m² | Meist entscheidet das Volumen, nicht die Grammatur |
| Briefbogen | Naturpapier, laserfest | 90–100 g/m² | Preprint-Papier bieten wir grundsätzlich an |
| Speisekarte | je nach Gestaltung, mit Cellophanierung | 250–300 g/m² | Ohne Veredelung wird sie schnell fleckig |
Du weißt schon, was du brauchst? Dann schick uns die Eckdaten – welche das sind, steht ganz unten.
1. Die vier Eigenschaften: Oberfläche, Grammatur, Volumen und Faser
Papiersortimente umfassen hunderte Sorten. Beschreiben lassen sie sich trotzdem mit einer Handvoll Merkmale. Wenn du diese vier verstanden hast, kannst du jedes Datenblatt lesen.
Oberfläche: gestrichen oder ungestrichen
Das ist die wichtigste Weiche, und sie wird am häufigsten übersehen.
Ungestrichenes Papier – im Alltag Naturpapier oder Offsetpapier genannt – ist rohes Papier. Die Fasern liegen offen. Druckfarbe zieht ein Stück weit ins Papier hinein. Das Ergebnis: Farben wirken ruhiger und etwas gedämpfter, feine Details verlieren minimal an Schärfe, die Oberfläche fühlt sich warm und griffig an. Ein großer Vorteil von Naturpapier ist, dass man darauf gut schreiben und stempeln kann.
Gestrichenes Papier, meist Bilderdruckpapier genannt, hat eine dünne mineralische Schicht auf der Oberfläche, den sogenannten Strich. Er verschließt die Fasern. Die Farbe bleibt oben liegen, statt einzusinken. Dadurch werden Bilder schärfer, Farben kräftiger, Kontraste härter. Der Preis dafür: Kugelschreiber schreibt schlecht, Stempelfarbe trocknet kaum, und die Anmutung ist glatter, technischer, weniger warm.
Die einfache Faustregel: Muss auf das Produkt geschrieben werden – oder soll es nach Handwerk, Ruhe und Wertigkeit aussehen? Ungestrichen. Steht ein Foto im Mittelpunkt, das leuchten muss? Gestrichen.
Innerhalb der gestrichenen Papiere gibt es dann noch matt, seidenmatt und glänzend. Glänzend reflektiert Licht sichtbar, Farben wirken brillanter, dafür ist die Oberfläche anfällig für Fingerabdrücke. Matt wirkt zurückhaltender und edler, außerdem unempfindlicher gegen Kratzer. Seidenmatt liegt dazwischen. Das ist eine Entscheidung innerhalb der Bildwelt. Für ein Produkt, das hauptsächlich aus Text besteht, ist auch mattes Bilderdruckpapier nicht die Antwort – dafür ist Naturpapier einfach am besten geeignet.
Grammatur: das Gewicht, nicht die Dicke
Die Grammatur gibt an, wie viel ein Quadratmeter des Papiers wiegt, in Gramm pro Quadratmeter (g/m²). 80 g/m² ist normales Kopierpapier, 300 g/m² ist eine solide Visitenkarte.
Was die Grammatur nicht sagt: wie dick das Papier ist. Zwei Papiere mit identisch 120 g/m² können unterschiedlich dick sein, unterschiedlich steif und völlig unterschiedlich in der Hand liegen. Das ist die häufigste Überraschung im Gespräch: 250 g/m² Bilderdruck klingt nach einer soliden Karte, und wer sie dann in der Hand hält, hatte sich etwas anderes vorgestellt. Das Papier ist deshalb nicht schlecht – eine Grammatur lässt sich nur nicht vorstellen, man muss sie in die Hand nehmen. Deshalb schicken wir Muster. Warum zwei gleich schwere Papiere unterschiedlich dick sind, erklärt der nächste Punkt.
Trotzdem ist die Grammatur der beste erste Anhaltspunkt, weil sie Steifigkeit und Stabilität grob mitbestimmt. Und sie hat einen zweiten Vorteil: Sie ist eindeutig. Beim Wort „Karton“ ist das anders. Wo Papier aufhört und Karton anfängt, ist nicht verbindlich geregelt – die einen ziehen die Grenze bei 150 g/m², für die anderen sind auch 400 g/m² noch Papier, so wie Zeichenkarton trotz seines Namens für viele einfach Papier bleibt. Verlass dich im Gespräch also lieber auf die Grammatur als auf die Bezeichnung.
Volumen: warum dünn nicht gleich dünn ist
Das Volumen beschreibt das Verhältnis von Dicke zu Gewicht. Bezugspunkt ist ein einfaches Papier: 100 g/m² mit einer Dicke von 0,1 Millimeter gilt als 1,0-faches Volumen. Ein Papier mit 1,8-fachem Volumen ist bei gleichem Gewicht fast doppelt so dick.

Damit lässt sich auch die Frage beantworten, die hinter jeder Grammaturangabe steckt: Wie dick ist das Papier eigentlich? Die Rechnung ist einfach – Grammatur mal Volumenfaktor ergibt die Dicke in Mikrometern, also in Tausendstel Millimetern:
| Grammatur | Volumen 1,0 | Volumen 1,3 | Volumen 1,8 |
|---|---|---|---|
| 80 g/m² | 0,08 mm | 0,10 mm | 0,14 mm |
| 100 g/m² | 0,10 mm | 0,13 mm | 0,18 mm |
| 135 g/m² | 0,14 mm | 0,18 mm | 0,24 mm |
| 300 g/m² | 0,30 mm | 0,39 mm | 0,54 mm |
Nicht jede Kombination gibt es auch zu kaufen: Volumen um 1,8 findest du fast nur bei Buchpapieren zwischen 70 und 150 g/m². In den hohen Grammaturen geht die Spanne trotzdem weit auseinander. Wir haben die Datenblätter unserer gestrichenen Bilderdruckpapiere bei 300 g/m² nebeneinandergelegt: Die glänzenden liegen beim Volumen um 0,77, die matten und seidenmatten um 1,0. Ein ungestrichenes Feinstpapier wie Olin Regular Ultimate White kommt auf 1,33. In Dicke umgerechnet heißt das: 228 Mikrometer beim glänzenden Bilderdruck, 400 Mikrometer beim Feinstpapier – bei identisch 300 g/m². Zwei Karten mit demselben Gewicht können sich deshalb völlig unterschiedlich anfühlen.
Das klingt nach einem Detail für Techniker, ist aber eines der nützlichsten Werkzeuge überhaupt. Ein Buch auf einem Volumenpapier bekommt Substanz, Rückenstärke und dieses befriedigende Gefühl beim Aufschlagen – ohne schwerer zu werden. Ein Munken Print White mit 1,8-fachem Volumen und 115 g/m² ist spürbar dicker als ein normales Papier mit 115 g/m², wiegt aber exakt dasselbe. Der Unterschied zwischen einem Buch, das sich billig anfühlt, und einem, das teuer wirkt, liegt oft genau hier – und nicht bei der Grammatur.
Faser und Farbton: Frischfaser, Recycling, Weißgrad
Papier besteht aus Frischfasern (aus Holz) oder aus Altpapier – oder aus einer Mischung; daneben gibt es Papiere aus ganz anderen Fasern. Das entscheidet über die Umweltbilanz – dazu mehr im Kapitel über Nachhaltigkeit –, aber auch über die Optik. Recyclingpapier hat einen eigenen, leicht gebrochenen Ton und oft sichtbare Faserpartikel. Das ist kein Mangel, das ist Charakter – wenn es zur Marke passt.

Der Weißgrad sagt, wie weiß ein Papier für das Auge wirkt. In Datenblättern steht er als CIE-Weiße nach ISO 11475. Hochweiße Papiere lassen Farben strahlen. Für einen Bildband ist das perfekt. Für einen Roman, den jemand drei Abende lang liest, greifen Verlage seit jeher lieber zu naturweißem oder cremefarbenem Papier – der Kontrast ist weicher.
Wie groß dieser Unterschied ist, zeigt ein einziges Papier: Design Offset gibt es in vier Färbungen. Dicke, Volumen, Opazität und Rauigkeit sind bei allen vieren identisch – nur die CIE-Weiße ändert sich: 158 bei brillant-weiß, 143 bei klassisch-weiß, 94 bei natur-weiß. Beim cremefarbenen gibt das Datenblatt gar keinen Weißwert mehr an. Naturweiß, creme oder hochweiß sind also Sortenbezeichnungen, keine Messgrößen – so wie die Weiß- und Cremetöne beim Conqueror.
Und das gilt nicht nur innerhalb einer Sorte: Design Offset brillant-weiß liegt mit 158 über dem gestrichenen heaven 42 mit 155, Olin Regular Ultimate White sogar bei 170. Hochweiß und ungestrichen schließen sich also nicht aus. Welches Weiß das richtige ist, hängt davon ab, was du erreichen willst – und das siehst du am Muster, nicht an der Zahl im Datenblatt.
Eng verwandt ist die Opazität: die Lichtundurchlässigkeit. Wird beidseitig bedruckt, sollte sie hoch sein, sonst scheint die Rückseite durch. Bei dünnen Papieren ist das der Punkt, an dem gespart wird und an dem es auffällt.
Was du nicht entscheiden musst, aber wissen solltest: die Laufrichtung. In maschinell hergestelltem Papier liegen die Fasern überwiegend in eine Richtung. Bei Broschüren und Büchern muss sie parallel zum Rücken laufen, sonst wellt sich das Produkt und die Seiten blättern störrisch. Darum kümmert sich die Druckerei – aber wenn ein Buch bei dir einmal komisch „gearbeitet“ hat, war das oft der Grund.
2. Was Papier leisten muss – drei Beispiele aus der Praxis
Dass Gedrucktes anders wirkt als Digitales, ist mehrfach untersucht worden – per fMRT bei Millward Brown und der Bangor University, mit EEG und Eye-Tracking bei Canada Post. Beide Male dasselbe Muster: Gedrucktes wird stärker mit räumlicher und emotionaler Verarbeitung verknüpft und besser erinnert. Beide Studien wurden allerdings von Postgesellschaften beauftragt. Die Methoden sind offengelegt, aber man sollte es wissen. Und für Deutschland zeigt der Prospektmonitor 2026 des IFH Media Analytics, dass Print keine Nostalgie ist: 74 Prozent der Befragten nutzen gedruckte Prospekte mindestens einmal pro Woche, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 64 Prozent.
Für die Papierwahl selbst helfen diese Zahlen aber wenig. Der überzeugendere Grund braucht überhaupt keine Studie: Papier ist keine Geschmacksfrage, die man am Schluss noch dazu bestellt, sondern eine Funktionsentscheidung. Das Papier muss die Aufgabe erfüllen, die das Produkt hat. Drei Beispiele, an denen das jedes Mal sichtbar wird.
- Auf einem Antwortabschnitt soll jemand seinen Namen eintragen. Auf gestrichenem Papier verschmiert der Kugelschreiber. Das kostet Rücklauf – nicht wegen Haptik, sondern wegen Physik.

- Eine Visitenkarte liegt monatelang im Portemonnaie. Ein zu dünnes oder zu weiches Papier wird darin wellig. Wer sie dann hervorholt, sieht kein Premium.
- Unadressierte Haushaltswerbung bleibt lange im Haushalt – Royal Mail hat dafür einen Schnitt von 38 Tagen gemessen. Sie muss aussehen, als sei sie das wert.
Wer sich vor der Papierwahl diese eine Frage stellt – was passiert mit dem gedruckten Stück, nachdem es jemand in die Hand genommen hat? –, hat die halbe Entscheidung schon getroffen. Alles Weitere ist Abwägung zwischen Optik, Haptik, Verarbeitung und Preis.
3. Welches Papier für welches Produkt
Wo wir eine klare Hausempfehlung haben, steht sie dabei. Lies die folgenden Abschnitte trotzdem als Ausgangspunkt, nicht als Vorschrift: Sie sagen dir, was du aufgibst, wenn du anders entscheidest. Wenn du etwas anderes willst, sagen wir dir vorher, was das bedeutet – und dann drucken wir es.
Denn es gibt die Fälle, in denen alles dagegenspricht – und es trotzdem die richtige Entscheidung ist. Wir haben kürzlich einen Geschäftsbericht gedruckt: Bilder, Vollflächen, Text und Tabellen, also genau die Mischung, für die dieser Artikel eigentlich gestrichenes Papier empfehlen würde. Gedruckt wurde er auf Olin Regular Bright White, einem ungestrichenen Feinstpapier – Umschlag 300 g/m², Inhalt 120 g/m², Klebebindung. Und er ist wunderschön geworden.
Wer weiß, dass Bilder auf ungestrichenem Papier etwas ruhiger kommen, und sich bewusst dafür entscheidet, weil die Anmutung des Papiers wichtiger ist als die letzte Spur Brillanz, trifft eine gute Entscheidung. Wer es nicht weiß, ist hinterher überrascht.
Visitenkarte
Empfehlung: ab 300 g/m².
Die Visitenkarte hat den härtesten Job aller Drucksachen: Sie muss Wochen im Portemonnaie überstehen und dabei aussehen, als sei sie eben erst gedruckt worden. Unter 300 g/m² wird sie wellig, Ecken knicken. Wir raten von allem darunter ab, auch wenn manche Ratgeber schon 200 g/m² nennen.
Bei der Oberfläche entscheidet der Charakter deiner Marke:
| Papier | Wirkung | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Bilderdruck matt | klar, modern, professionell | scharfe Bilder und Logos, saubere Farben, günstig | die häufigste Wahl – die Karte fällt im Stapel nicht weiter auf; nicht beschreibbar |
| Bilderdruck glänzend | farbstark und auffällig | maximale Brillanz bei Fotos | anfällig für Fingerabdrücke; ohne kräftige Bildmotive bringt der Glanz keinen Vorteil |
| Naturpapier | handwerklich, ruhig, wertig | angenehme Haptik, beschreibbar (Notiz auf der Rückseite!) | Farben bleiben gedämpfter, Fotos wirken weicher und weniger detailscharf |
| Feinstpapier (z. B. Gmund) | ausgesprochen hochwertig | fällt sofort auf, weil sich die Karte anders anfühlt als alle anderen im Stapel; Struktur möglich | teurer; strukturierte Sorten eignen sich nicht für fotolastige Gestaltung |
Ein Detail aus der Praxis: Wenn du im Gespräch gern etwas auf die Rückseite schreibst – einen Termin, eine Durchwahl –, dann ist Naturpapier keine Stiloption, sondern Pflicht. Auf gestrichenem Papier kann deine Notiz im Portemonnaie verschmieren.
Und wenn die Karte im Moment der Übergabe etwas auslösen soll: Genau dafür ist Veredelung da. Eine Relieflackierung oder eine Metallic-Folie auf dem Logo merkt der andere schon beim Anfassen, bevor er hingesehen hat. Welche Veredelung auf welchem Papier funktioniert, steht weiter unten in diesem Kapitel.
Flyer und Falzflyer
Empfehlung: 135 bis 170 g/m². Bilderdruck, wenn die Bilder herausstechen sollen – Naturpapier, wenn der Text die Hauptsache ist. Ab 150 g/m² rillen wir vor dem Falzen.
Beim klassischen Werbeflyer geht es um Bildwirkung bei kleinem Budget und hoher Auflage – dafür ist Bilderdruck gemacht. Sobald der Flyer aber überwiegend aus Text besteht oder eine ruhige, handwerkliche Anmutung haben soll, gilt dieselbe Regel wie überall in diesem Artikel: Dann ist Naturpapier die bessere Wahl. Ein Programmflyer, eine Einladung, ein Flyer für ein Weingut oder eine Praxis wirken auf ungestrichenem Papier deutlich wertiger als auf glänzendem Bilderdruck.
Unter 135 g/m² wirkt ein Flyer schnell wie ein Handzettel; das kann gewollt sein (Aktionsflyer, Streuware), ist es aber selten.
Ab welcher Grammatur muss gerillt werden?
An der Falzkante brechen Fasern und Strich auf, und die Druckfarbe platzt ab. Besonders sichtbar wird das bei dunklen Flächen. Deshalb rillen wir bei uns ab 150 g/m². Wir stehen damit nicht allein: Antalis schreibt für Olin Design dieselbe Grenze ins Datenblatt – „Rillen: ab 150 g/m²“. Andere Druckanbieter nennen dagegen 170 oder sogar 250 g/m² als Grenze. Wir sind bewusst konservativer, weil eine aufgeplatzte Falzkante auch bei 170 g passieren kann – und dann fällt sie einfach auf. Der Fokus geht weg vom eigentlichen Inhalt. Einmal zu viel gerillt kostet ein paar Euro. Einmal zu wenig kostet den ganzen Auftrag.
Mailing und Werbebrief
Empfehlung: Es kommt darauf an, was der Empfänger tun soll.
Beim Mailing zahlt sich die Funktionsfrage am direktesten aus. Geh die Bestandteile einzeln durch:
- Anschreiben: Naturpapier, 90 bis 120 g/m². Es soll wie ein Brief wirken, nicht wie ein Prospekt. Wenn es persönlich unterschrieben oder handschriftlich ergänzt wird, ist ungestrichenes Papier zwingend – auf gestrichenem Papier zieht Tinte nicht ein und bleibt wischempfindlich. Das merkt man schon am ersten unterschriebenen Bogen.
- Beilage mit Produktbildern: Bilderdruck, 135 bis 170 g/m². Hier darf es leuchten.
- Antwortkarte oder Gutschein: 250 bis 300 g/m², ungestrichen oder mit beschreibbarer Oberfläche. Auf einer Antwortkarte, die man nicht ausfüllen kann, antwortet niemand.
- Umschlag: Er kann mit darüber entscheiden, ob der Rest überhaupt geöffnet wird. Ideal ist es, wenn Kuvert und Anschreiben aus demselben Papier kommen.
Postkarte und Einladung
Empfehlung: Postkarte 250 bis 350 g/m². Einladung ab 300 g/m².
Die Postkarte ist der Sonderfall, bei dem beide Oberflächen auf einem Bogen gebraucht werden: Vorderseite mit Motiv, Rückseite zum Beschreiben. Zwei Lösungen sind üblich – einseitig gestrichener Karton, oder Naturkarton mit dem Kompromiss etwas ruhigerer Farben auf der Bildseite. Wir empfehlen den einseitig gestrichenen Karton, etwa Suomi 1S oder Diva Art 1S. Beide sind genau dafür gebaut: Die Bildseite trägt einen doppelten Strich und gibt das Motiv brillant wieder, die Rückseite ist nur pigmentiert und lässt sich nach unserer Erfahrung gut beschriften. Den Bereich, den eine Postkarte braucht, decken beide ab: 250, 300, 330 und 350 g/m² gibt es von jedem der beiden.
Bei Einladungen – Hochzeit, Firmenjubiläum, Eröffnung – ist Papier fast der ganze Inhalt. Hier lohnt sich Feinstpapier, Baumwollpapier oder ein Papier mit Struktur – metapaper EMBOSSED etwa gibt es mit Leder-, Leinen-, Stein- und Holzprägung. Kleine Auflage, große Wirkung, überschaubare Mehrkosten.
Broschüre und Katalog
Empfehlung: Inhalt 115 bis 170 g/m², Umschlag 250 bis 300 g/m².
„Broschüre“ ist eine Bindeart, keine Inhaltsangabe – darunter fällt der Produktkatalog genauso wie das Programmheft, die Imagebroschüre oder die Hochzeitszeitung. Und genau danach entscheidet sich das Papier: Wo die Bilder im Mittelpunkt stehen, gehört Bilderdruck hinein. Wo überwiegend Text steht, ist Naturpapier die bessere Wahl – angenehmer zu lesen, wärmer in der Hand, und man kann hineinschreiben. Eine Hochzeitszeitung auf glänzendem Bilderdruck sieht aus wie ein Werbeprospekt. Auf Naturpapier wirkt dieselbe Seite ruhig, warm und wertig.
Zwei weitere Punkte entscheiden über das Ergebnis:
Die Opazität. Bei beidseitigem Druck auf leichtem Papier scheint die Rückseite durch. Wer bei einer 48-seitigen Broschüre von 135 auf 115 g/m² herunter geht, spart real wenig und sieht es sofort.
Der Umschlag. Ein Umschlag in derselben Grammatur wie der Inhalt lässt die Broschüre schlaff wirken. Der spürbare Sprung – 300 g außen, 135 g innen – ist das, was ein Heft nach Katalog aussehen lässt statt nach einer ausgedruckten PDF.
Buch
Empfehlung: Volumenpapier, ungestrichen, 80 bis 100 g/m². Bei reinem Fließtext naturweiß oder cremefarben, bei Bildern weiß.
Beim Buch kann Volumen die entscheidende Größe sein, nicht Grammatur. Derselbe Text wirkt auf kompaktem Papier wie eine Broschüre und auf einem Volumenpapier wie ein Buch. Munken Print gibt es zum Beispiel mit 1,5- und 1,8-fachem Volumen, jeweils in Creme und in Weiß.
Gestrichenes Papier gehört ins Buch nur dann, wenn Bilder der Inhalt sind – Bildbände, Kunstkataloge, Produktkataloge. Für Fließtext ist es die falsche Wahl: zu glatt, zu kalt, zu schwer, und es blendet unter der Leselampe.
Briefbogen und Geschäftsausstattung
Empfehlung: 90 bis 100 g/m² Naturpapier, laserfest.
Der Briefbogen ist die am meisten unterschätzte Drucksache. 80 g/m² ist Kopierpapier. 100 g/m² Naturpapier fühlt sich beim Herausnehmen aus dem Umschlag anders an. Idealerweise kommt der Briefumschlag aus demselben Papier – er ist das Erste, was jemand in der Hand hält, und ein Standardkuvert verschenkt die halbe Wirkung des Bogens.
Der technische Punkt: Wenn du die Bogen später selbst im Bürodrucker bedruckst, muss das Papier hitzestabil sein – im Laserdrucker läuft es durch die Fixiereinheit. Dafür gibt es ausgewiesene Preprint-Papiere: Soporset Premium Preprint etwa ist ausdrücklich für den Offsetdruck mit anschließender Personalisierung im Laser- oder Inkjetdrucker gemacht; die Oberfläche ist auf Tonerhaftung und sauberen Papierlauf abgestimmt. EnviroTop ist die Variante aus 100 Prozent Altpapier, von 80 bis 100 g/m² mit Preprint-Garantie für Laser und Inkjet in Schwarz-Weiß.
Darum musst du dich bei uns aber nicht kümmern: Bei Briefbogen bieten wir grundsätzlich Preprint-Papier an. Und wenn jemand einfach 80 g/m² Offset anfragt, wir aber am Druckbild sehen, dass da nachgedruckt wird, schlagen wir von uns aus das 80er Preprint vor.

Wer die Geschäftsausstattung als Markenträger versteht, landet schnell bei Papieren mit Wasserzeichen wie Conqueror. Es gibt sie in mehreren Oberflächen – glatt, gerippt, oder als CX22 – und in mehreren Weiß- und Cremetönen. Ein Wasserzeichen sieht man erst, wenn jemand das Blatt gegen das Licht hält. Es entsteht schon bei der Papierherstellung. Deshalb lässt es sich weder nachträglich aufbringen noch wieder entfernen. Und auch hier musst du dich zwischen Optik und Bürodrucker nicht entscheiden: Das Datenblatt gibt die glatte Ausführung und das CX22 bis 160 g/m² für das Vorbedrucken und die spätere Weiterverarbeitung im Laser- und Tintenstrahldrucker frei, die gerippte bis 100 g/m² – soweit dein Drucker die Grammatur mitmacht.
Ein Hinweis, weil im Netz das Gegenteil oft behauptet wird: Natur-, Struktur- und Recyclingpapiere gelten als heikel im Digitaldruck – Tonerhaftung, Bruch am Falz. Auf unseren Maschinen haben wir damit keine Probleme: Wir drucken solche Papiere im Inkjet-Verfahren und nicht mit Trockentoner – die Frage der Tonerhaftung stellt sich dabei gar nicht. Das heißt nicht, dass es überall geht; es heißt, dass du bei uns nicht auf gestrichenes Papier ausweichen musst, nur weil digital gedruckt wird.
Speisekarte und alles, was oft angefasst wird
Empfehlung: 250 bis 300 g/m² plus Cellophanierung.
Bei Speisekarten, Preislisten in Werkstätten oder Merkblättern im Verkaufsraum entscheidet die Veredelung, nicht das Papier. Eine matte Cellophanierung macht die Karte abwischbar und fettabweisend. Ohne sie ist nach unserer Erfahrung auch das schönste Papier mit 400 g/m² nach wenigen Wochen fleckig.
Der Nachteil: Die Karte ist danach nicht mehr beschreibbar. Wer Preise oder Gerichte mit der Hand ergänzen will, muss auf die Cellophanierung verzichten – dann hält die Karte allerdings deutlich kürzer. Das ist die eigentliche Abwägung: beschreibbar oder haltbar.
Wenn Veredelung dazukommt
Manche Effekte entstehen erst auf dem Papier. Und weil sie je nach Untergrund unterschiedlich gut wirken, entscheidet die Veredelung oft mit über das Papier – nicht umgekehrt. Drei Verfahren, die wir häufig einsetzen:
Partielle UV-Lackierung, auch Spotlack genannt, legt Hochglanz auf einzelne Flächen. Den stärksten Effekt bekommst du über einer matten Cellophanierung: Glanzinseln auf mattem Grund, der Kontrast ist maximal. Auf Naturpapier funktioniert sie ebenfalls, wirkt dort aber anders – weniger Glanz, dafür ein deutlich spürbarer Unterschied zwischen glatter Lackfläche und rauem Papier. Wer den klassischen Hochglanz will, braucht eine geschlossene Oberfläche.
Partielle Relieflackierung trägt denselben Lack deutlich dicker auf, sodass er fühlbar erhaben steht. Auf gestrichenem Papier werden die Kanten am schärfsten. Zwei Dinge solltest du schon beim Gestalten wissen: Sehr feine Linien sind nicht umsetzbar – wo die Grenze liegt, sagen wir dir vorab am konkreten Motiv –, und über eine Falzkante darf kein Relieflack laufen, weil die harte Schicht dort bricht.
Metallic-Folie bringt echten Metallglanz aufs Papier, den kein Druckverfahren erzeugen kann – Gold, Silber, Kupfer, auch farbig. Sie braucht eine möglichst glatte, geschlossene Oberfläche.
Auf ungestrichenem Papier werden die Kanten unruhiger. Lack und Folie liegen dort auf einer offenen, saugenden Oberfläche, und die zeichnet sich ab. Wir haben in diese Richtung einiges getestet – mit mehr Aufwand ist auf Naturpapier viel möglich, nur eben nicht exakt dasselbe Ergebnis wie auf gestrichenem Papier. Wenn du ein Naturpapier willst und trotzdem veredeln möchtest, sagen wir dir vorher, was realistisch geht.
Die Reihenfolge in der Praxis ist deshalb: erst klären, welchen Effekt das Produkt haben soll, dann das Papier dazu wählen. Andersherum wird es entweder teuer, oder der Effekt bleibt hinter dem zurück, was du dir vorgestellt hast.
4. Nachhaltigkeit: Blauer Engel, FSC und Recyclingpapier im Druck
Hier halten sich zwei Irrtümer hartnäckig.
Irrtum eins: Naturpapier ist umweltfreundlicher als Bilderdruck. Stimmt nicht. Ob ein Papier gestrichen ist, sagt über seine Umweltbilanz nichts. Der größte Hebel ist die Faser – Recycling oder Frischfaser; daneben zählen Herstellung, Energie, Transport und Veredelung mit. Gestrichenes Recyclingpapier gibt es, und gestrichenes Papier ist regulär recycelbar – erst bestimmte Beschichtungen und Veredelungen erschweren den Prozess.
Irrtum zwei: FSC heißt umweltfreundlich. FSC bewertet die Waldbewirtschaftung, nicht die Papierherstellung. FSC 100 % bedeutet Frischfaser aus zertifiziertem Wald. Bei FSC Mix stammen die Materialien aus FSC-zertifizierten Wäldern und Recycling sowie aus kontrollierten Quellen – der zertifizierte oder recycelte Anteil liegt bei mindestens 70 Prozent oder wird über eine Mengenbilanz im Produktionsprozess nachgewiesen. FSC Recycled steht für 100 Prozent Altpapier. Wer FSC bestellt, weiß also noch nicht, ob er Recyclingpapier bekommt.
Das strengste Zeichen im deutschen Markt ist der Blaue Engel. Die aktuellen Vergabekriterien (DE-UZ 14a) verlangen 100 Prozent Altpapier nach Gebrauch. Optische Aufheller sind untersagt, mit engen Ausnahmen für bestimmte Papiergruppen. Chlor und halogenierte Bleichchemikalien sind bei der Aufbereitung vollständig ausgeschlossen.
Die Zahlen dahinter sind belastbar. Eine Ökobilanz des ifeu-Instituts im Auftrag des Umweltbundesamts von 2022 vergleicht die Produktion von Büropapier aus Frischfasern und aus Recyclingfasern. Das Umweltbundesamt fasst das Ergebnis so zusammen: 78 Prozent weniger Wasser, 68 Prozent weniger Energie und 15 Prozent weniger CO₂-Emissionen für das Recyclingpapier.
Wie weiß darf Recyclingpapier sein?
Das ist die Frage, die in der Praxis über Ja oder Nein entscheidet – und die Antwort ist besser, als viele denken. Weil optische Aufheller verboten sind, entsteht Weiße beim Recyclingpapier über die Auswahl der Altpapiersorten und die Aufbereitung. Der Blaue Engel setzt dafür eine Obergrenze von CIE-Weiße 135 nach DIN ISO 11475.
Entscheidend ist, Werte derselben Skala zu vergleichen: Neben der CIE-Weiße gibt es die ISO-Helligkeit, und beide liefern für dasselbe Papier unterschiedliche Zahlen.
CIE 135 ist deutlich mehr Weiß als das vergilbte Grau, das die meisten im Kopf haben. Circleoffset White liegt bei CIE 95 – das klassische, sichtbar recycelte Weiß. Circleoffset Premium White erreicht CIE 135 und damit die Obergrenze; beide Werte sind nach derselben Norm gemessen wie die Vorgabe des Blauen Engels. EnviroTop ist ebenfalls ein hochweißes Recyclingpapier mit Blauem Engel. Für die allermeisten Anwendungen reicht das vollkommen.
Wo die Grenze wirklich liegt: Ein Bilderdruck wie heaven 42 kommt auf eine CIE-Weiße von 155 – gemessen nach derselben Norm. Wenn dein Corporate Design genau dieses eiskalte Weiß braucht, geht es mit Blauem Engel nicht. Das ist eine ehrliche Einschränkung – aber eine viel kleinere, als der Ruf des Recyclingpapiers vermuten lässt.
Und noch ein Missverständnis nebenbei: Recyclingpapier gibt es auch gestrichen. Circlesilk White und Circlesilk Premium White etwa sind gestrichene Recyclingpapiere. Wer Bilder drucken will, muss also nicht automatisch auf Frischfaser ausweichen.
Es gibt einen dritten Weg: Fasern, die nicht aus Holz kommen. Die ecoFIBRES-Linie von metapaper arbeitet mit Reststoffen, die sonst Abfall wären. metapaper ecoFIBRES Bagasse zum Beispiel besteht zu 100 Prozent aus Zuckerrohr-Abfällen und ist kompostierbar. Für die meisten Aufträge ist das kein Thema. Für eine Marke, bei der Nachhaltigkeit im Produktversprechen steht, ist es eins. Diese Papiere führen wir nicht im Shop – wenn dich das interessiert, schreib uns, wir klären Verfügbarkeit und Preis für dein Projekt.
5. Papierberatung: Wie wir arbeiten
Wir arbeiten mit den Sortimenten mehrerer großer Papiergroßhändler. Das ist kein Selbstzweck: Es bedeutet, dass wir bei deiner Anfrage aus dem wählen, was tatsächlich passt. Ein Ausschnitt aus den Marken, mit denen wir regelmäßig arbeiten – als Orientierung, nicht als vollständige Liste:
| Marke | Art | Wofür wir sie einsetzen |
|---|---|---|
| heaven 42 | Bilderdruck, gestrichen, hochweiß | Kataloge und Bildbände mit höchstem Anspruch |
| Soporset | Naturpapier, ungestrichen, holzfrei | Briefbogen, Geschäftsausstattung, Preprint für den eigenen Bürodrucker |
| Munken Print | Naturpapier, ungestrichen, volumig | Bücher und Broschüren, in Weiß und Creme, unter anderem mit 1,5- und 1,8-fachem Volumen |
| metapaper | Von ROUGH bis EXTRASMOOTH, dazu EMBOSSED-Prägungen, PURE COTTON, die ecoFIBRES-Linie und viele weitere – auf Anfrage | Geschäftsausstattung, Broschüren und Karten mit ausgeprägter Haptik |
| Conqueror | Feines Geschäftspapier mit Wasserzeichen | Briefbogen und Korrespondenz, wo die Marke selbst der Inhalt ist |
| Gmund | Feinstpapier, Baumwollpapiere | Visitenkarten und Einladungen mit gehobenem Anspruch |
| Olin | Ungestrichenes Feinstpapier, verschiedene Oberflächen, Weiß- und Cremetöne | Geschäftsberichte, Broschüren und Unternehmenskommunikation, die wertig wirken soll |
| Suomi 1S, Diva Art 1S | Einseitig gestrichener Chromosulfatkarton, Rückseite pigmentiert | Postkarten und Karten mit Bildseite und beschreibbarer Rückseite |
| Invercote | Gestrichener Karton aus vollgebleichtem Zellstoff, beide Seiten matt | Mappen, Buchumschläge und Verpackungen mit hohem Anspruch |
| Circle, Enviro | Mehrere Recyclingpapier-Sorten, ungestrichen und gestrichen, unterschiedlich weiß bis hochweiß; viele davon mit Blauem Engel | Nachhaltige Drucksachen quer durch alle Produkte – auch mit Bildern |
Nicht jedes dieser Papiere liegt im Shop. Alles, was du dort nicht findest, kalkulieren wir dir über das Anfrageformular oder per Mail.
Diese Aufzählung ist bewusst nicht als Bestellliste gedacht. Sie zeigt nur: Für jede der Anforderungen in diesem Artikel gibt es selten ein einzelnes Papier – meistens eine ganze Familie, mit unterschiedlichen Weißgraden, Oberflächen und Volumen. Welches davon deines ist, entscheidet sich im Gespräch – und am Muster.
Der praktische Rat zum Schluss, und der ist wichtiger als alles davor: Lass dir Muster geben. Papier lässt sich nicht am Bildschirm beurteilen und ehrlich gesagt auch nicht in einem Artikel. Es hat eine Temperatur, ein Geräusch beim Blättern und einen Widerstand zwischen den Fingern. Zehn Minuten mit einem Musterfächer in der Hand ersetzen jede Beschreibung.
Und wenn du unsicher bist: Sag uns nicht, welches Papier du willst, sondern was das Produkt können muss. Wer es bekommt, was damit passiert, wie lange es leben soll, ob jemand darauf schreibt. Aus diesen Antworten ergibt sich das Papier fast von selbst.
Was wir für ein Angebot brauchen
Genau dafür ist unser Anfrageformular gebaut. Das hilft uns am meisten:
- Was damit passiert — wer es bekommt, wie lange es leben soll, ob jemand darauf schreibt
- Was es wird — Flyer, Broschüre, Visitenkarte, Mailing
- Format — Endformat, offen und geschlossen, falls gefalzt
- Umfang — Seitenzahl bei mehrseitigen Produkten
- Auflage — und ob Nachdrucke geplant sind
- Farbigkeit — vierfarbig, Sonderfarbe, schwarz
- Veredelung — falls schon klar
- Termin — wann es beim Empfänger sein muss, nicht wann es fertig sein soll
Nichts davon musst du vollständig haben. Trag ein, was schon feststeht – drucktechnische Fachbegriffe brauchst du nicht, den Rest klären wir im Gespräch. Und wenn du mehrere Auflagen vergleichen willst, kannst du bis zu sechs davon in einem Zug anfragen.
Zur Druckanfrage — eine Antwort bekommst du in der Regel am selben Tag.
Oder erst mal anfassen: Schreib uns, welche Papiere du in die Hand nehmen willst – wir schicken dir Muster.
Quellen
Studien und Normen
- ifeu-Institut im Auftrag des Umweltbundesamts: Aktualisierte Ökobilanz von Grafik- und Hygienepapier, UBA-Texte 123/2022 — die zitierten Werte in der Zusammenfassung des Umweltbundesamts
- Blauer Engel: Vergabekriterien DE-UZ 14a, Grafische Papiere und Kartons aus 100 % Altpapier, Ausgabe Januar 2020, Version 7 vom 01/2025 — Weißgrade in §3.8, optische Aufheller in §3.9
- FSC Deutschland: Infopapier zum FSC-Mix-Kennzeichen
- IFH Media Analytics: Prospektmonitor 2026 (1.000 Verbraucher:innen, Februar 2026)
- Millward Brown / Bangor University: Using Neuroscience to Understand the Role of Direct Mail, 2009 (fMRT, 20 Probanden)
- Canada Post / True Impact: A Bias for Action, 2015 (270 Probanden, EEG und Eye-Tracking)
- Royal Mail MarketReach: The Private Life of Mail, 2015 (Verweildauer unadressierter Haushaltswerbung, 38 Tage; quantitative Nachbefragung mit 227 Antworten)
- Initiative Pro Recyclingpapier: Factsheet Blauer Engel und FSC, 2022 (Recycelbarkeit gestrichener Papiere)
- Mediencommunity, Fachportal der Druck- und Medienbranche: Echte Wasserzeichen (echte Wasserzeichen entstehen bei der Papierherstellung und lassen sich nicht aus dem Papier entfernen)
Papiere: Herstellerangaben
- Blauer Engel: Produkteintrag EnviroTop, Zeichennehmer OVOL Papier Deutschland (100 % Recyclingfasern, Preprint-Garantie 80–100 g/m²)
- The Navigator Company: Soporset Premium Pre-Print und Igepa: Sortimentsmerkmale Soporset (Tonerhaftung, Laufeigenschaften)
- Gmund: Kollektion Gmund Cotton (100 % Baumwolle aus Preconsumer-Recycling, 110 bis 910 g/m²)
Papiere: technische Datenblätter der Hersteller, die uns vorliegen
- Igepa: heaven 42, Ziel-Produktionswerte Stand September 2022 (CIE-Weiße 155 nach ISO 11475, Helligkeit 107 nach ISO 2470; Volumen 1,03 und Dicke 310 µm bei 300 g/m² nach ISO 534)
- Sappi: Magno Gloss, Stand Januar 2025, und Magno Matt, Stand Februar 2026 (Volumen und Dicke nach ISO 534, CIE-Weiße 127 nach ISO 11475)
- Berberich Papier: Gardagloss Art und Gardamatt Art, Stand Mai 2023 (Volumen und Dicke nach ISO 534, CIE-Weiße 119 bzw. 121,3 nach ISO 11475)
- Igepa: Design Offset, Technische Datenblätter Mai 2025, je Färbung eins (CIE-Weiße nach ISO 11475: brillant-weiß 158, klassisch-weiß 143, natur-weiß 94; für creme kein Weißwert angegeben. Dicke, Volumen, Opazität und Rauigkeit bei allen Färbungen identisch)
- Igepa: Profisilk, Ziel-Produktionswerte ab September 2023 (Volumen 1,04 und Dicke 312 µm bei 300 g/m² nach ISO 534)
- Arctic Paper: Munken Print White und Munken Print Cream (Volumen, Farbtöne, Grammaturen)
- Igepa: Circleoffset White und Circleoffset Premium White, Stand Mai 2024 (CIE-Weiße 95 bzw. 135 nach ISO 11475, beide Blauer Engel)
- Igepa: Circlesilk White und Circlesilk Premium White, Stand Mai 2025 (gestrichene Recyclingpapiere, FSC Recycled)
- Holmen Iggesund: Invercote G, Produktspezifikation, Seitenstand 01.10.2024 (vollgebleichter Zellstoffkarton, dreifach gestrichene Druckseite, einfach gestrichene Rückseite; ohne Rückseitenstrich nur bei 180 und 200 g/m²)
- Berberich Papier: Technische Datenblätter Suomi 1S und Diva Art 1S, Stand März 2025 (einseitig gestrichener Chromosulfatkarton, pigmentierte Rückseite, Grammaturen, CIE-Weißgrad nach ISO 11475)
- Conqueror: Technisches Datenblatt, Ausgabe Dezember 2025 (drei Oberflächen, sechs Weiß- und Cremetöne, Wasserzeichen; Freigabe für Preprint und Bürodruck: Wove und CX22 bis 160 g/m², Laid bis 100 g/m², jeweils im Rahmen der Herstellerangaben des Druckers)
- Antalis: Olin Design, März 2023 (Regular Ultimate White: CIE-Weiße 170 nach ISO 11475, Volumen 1,33 und Dicke 400 µm bei 300 g/m² nach ISO 534; Rillen ab 150 g/m²)
- metapaper: Sortimentsübersicht Juli 2026 (Serien, Prägungen, Faserzusammensetzung ecoFIBRES)